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Solaranlagen Preis Entwicklung

November 12, 2010 2 Kommentare

Die Preise für Photovoltaikanlagen sind ein wichtiges Kriterium für die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage. Doch wie teilen sich die Kosten auf und wie kommen die großen Preisunterschiede zustande?

Zunächst einmal macht es Sinn sich die einzelnen Komponenten einer Solaranlage genauer anzuschauen. Basisbestandteile sind Solarmodule, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Kabel und Montage. Zusätzlich kommen natürlich noch Montage Kosten hinzu.

Den größten Kostenfaktor mit ca. 70% einer Solaranlage stellen mit Abstand die Solarmodule dar. Deswegen sollen vor allem diese näher untersucht werden.

Zunächst einmal ist zu unterscheiden was für ein Modultyp in der Anlage verbaut wird. Polykristalline und Monokristalline Solarmodule sind preislich tendenziell in der gleichen Preisregion anzusiedeln. In den letzten Jahren hat sich aber in Deutschland eher ein Trend zu Polykristallinen Solarmodulen mit einer Nennleistung um die 230W entwickelt.  Dünnschicht Module sind deutlich günstiger als die kristalline Module,  haben aber den Nachteil dass diese einen deutlich niedrigeren Wirkungsgrad in Relation zur Moduloberfläche haben. Man benötigt also ein bedeutend größere Fläche um die gleiche Leistung mit einer Solaranlage zu erzielen. Ein weiterer Nachteil sind die teilweise fehlenden Langzeit Erfahrungen mit diesem Modultyp sowie die Verarbeitung Umwelt schädigender Stoffe wie Cadmium.

Der Preis für die Solarmodule wird in Watt Peak gemessen. Dies Bedeutet wie viel Euro kostet mich ein Watt Leistung. Auf diese Weise sind Solarpaneele mit unterschiedlicher Nennleistung (Watt) leichter zu vergleichen. Bei Deutschen Solarmodulen ergeben sich Durchschnittswerte die deutlich über den Preisen der Hersteller aus China liegen und nur knapp über den Preisen der Hersteller aus Japan.

Preisunterschiede lassen sich hier überwiegend auf die Produktionskosten und weitere Overheadkosten zurückführen. Ein ebenso nicht zu unterschätzender Faktor ist der Kapitalmarktzugang.  Da die chinesischen Modulhersteller Staatsfirmen sind haben diese meist nur sehr geringe Kapital- und Investitionskosten. Weitere staatliche Förderprogramme verschaffen den Solarmodul Herstellern in China einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich Nachfrage und Angebot. Diese variieren grundsätzlich sehr stark und sind im Verhältnis zu Staatlichen Förderungen zu sehen. Eine Solaranlage rechnet sich nämlich preislich noch nicht sofern keine Rückvergütung durch die EEG besteht oder andere staatliche Fördermittel. Deutschland gilt in diesem Bereich als Vorreiter und hat sich durch die Rückeinspeisevergütung von Solarstrom die Marktführung im Photovoltaik Markt (installierte Leistung in W) gesichert. Allerdings, haben andere Länder nachgezogen. Bei den Preisen für Solarmodule vollzieht sich Jahr für Jahr das gleiche Spiel. Investoren warten und spekulieren auf sinkende Preise. Wenn der Zeitpunkt günstig erscheint werden die Paneele eingekauft und die Nachfrage steigt sprunghaft an. Die Hersteller erhöhen die Preise um eine möglichst hohe Marge zu erzielen. Investoren beobachten den Preisanstieg und kaufen weiter in großen Mengen ein da sie einen weiteren Preisanstieg befürchten. Es kommt zu einer Verknappung des Angebotes und die Preise steigen weiter.  Der Effekt wird durch die Jährliche Kürzung der Einspeisevergütung am Jahresende erhöht. Das erste Quartal ist demnach meist mit einer geringen Nachfrage und tendenziell fallenden Preisen behaftet. Dies setzt sich im 2. Quartal in aller Regel fort. Im 3 Quartal steigt dann die Anfrage sprunghaft an und im 4. Quartal findet der endgültige Run statt. Zu diesem Zeitpunk zahlt man aber meist deutlich mehr als man für die gleichen Module in Anfang Quartal 3 bezahlt hätte. Wer zu spät kommt den bestraft das Leben. Über die Jahre hinweg ist jedoch ein deutlicher Trend zu verzeichnen, die Preise für Solamodule und somit auch Solaranlagen sinken von Jahr zu Jahr und dies ist auch gut so denn dies fördert umweltfreundliche Energiegewinnung.

Die Hersteller von Photovoltaik Modulen und Wechselrichtern bauen Ihre Kapazitäten von Jahr zu Jahr aus. Doch Engpässe wie in 2010 bei den Wechselrichtern gibt es immer wieder und diese sind nur schwer vorhersehbar. Beispiel Finanzkrise. Zulieferer von Transistoren und anderen Bauteilen haben Ihre Produktionskapazitäten aufgrund der wirtschaftlichen schlechten Aussichten abgebaut. Mit einer plötzlich sprunghaften Nachfrage aus anderen Elektrotechnischen und Photovoltaik fernen Branchen hatte man nicht gerechnet. So kam es zu einer Verknappung essentieller Bauteile für Wechselrichter. Hinzu kam die vorher so nicht absehbare Kürzung des EEG.

Weitere Faktoren in der Preisentwicklung sind Rohstoffkosten und vor allem der EURO DOLLARD Wechselkurs. Ein Großteil der Einkäufe werden in USD taxiert. Somit unterliegen die Preise für Solarmodule teilweise sehr starken Wechselkursschwankungen. Finanzinstrumente könnten hier das Risiko minimieren kommen aber noch zu selten noch zum Einsatz.

Solarmodule Made in Germany

Ist der hohe Preis für Deutsche Solarmodule gerechtfertigt? So gern ich diese Antwort mit JA beantworten würde denke ich persönlich nicht das sich ein Qualitätsunterschied und ein somit gerechtfertigter höherer Preis feststellen lassen. Wir leben nun mal in einer globalen Welt, Rohstoffe, Bauteile, und Produktion finden an unterschiedlichen Orten statt. Die Firma Wacker in Deutschland liefert das Rohsilizium, eine Firma in China verarbeitet diese weiter, eine andere Firma wiederum fertigt daraus Zellen und schickt diese dann zurück nach Deutschland. Eine Firma in Korea fertigt die Laminate und eine weitere stellt die Aluminiumrahmen in den USA her. Die Bauteile werden dann in Deutschland zusammengesetzt und als Made in Germany verkauft. Gleiches ist übrigens bei Elektronikartikeln zu beobachten. Wo Made in Germany drauf steht ist teilweise bis zu 90% Made in China drin.  Letztendlich zeigt sich die Qualität eines Solarmoduls erst im Langzeit Test und hier fehlen bei fast allen Herstellern die Erfahrungen. Wie will man auch feststellen ob das Produkt in 20 Jahren noch 80% der Nennleistung liefert? Ein Anhaltspunkt über die Leistungswerte verschiedener Hersteller und Solarpaneele liefern unabhängige Institute und Labore oder eben auch Leistungsdaten von Solaranlagen die im Internet veröffentlicht werden. Bei dem Test der Photon im Juli 2010 war der beste Deutsche Hersteller auf Platz 21. Dafür befanden sich unter den Top 20 Solarmodulen 9 Solarpaneele aus Chinesischer Herstellung.

Garantie von Solarmodulen.: Was passiert wenn der Hersteller Pleite geht, welche Ansprüche habe ich dann? Leider keine denn wenn der Hersteller zahlungsunfähig ist oder sogar bereits vom Markt verschwunden ist, gibt es für den Geschädigten nichts mehr zu holen. Dies kann sowohl mit kleinen Herstellern als auch mit großen passieren. Wir haben Finanzkonzerne und führende Automobilhersteller in jüngster Zeit zusammenbrechen sehen. Wieso also nicht auch ein Deutscher oder Chinesischer Solarmodulhersteller. Ja diese Firmen müssen Rückstellungen für jedes verkaufte Modul bilden, aber diese sind unter Umständen auch schnell aufgebraucht oder fallen der Insolvenzmasse zum Opfer. Andere Hersteller werben mit Versicherungen wie der Münchner Rück oder Züricher Versicherung über die die Module im Schadensfall versichert sind. Wer jedoch kein Experte im Versicherungsexperte ist und die Verträge zur Prüfung vorliegen hat sollte sich auf solche Versprechen nicht verlassen.